14.n.Trin. 02.09.2018 3.Teil der Predigtreihe "Heiligkeit - was ist das?": "Heilige Menschen" Stadtkirche Sacharja 14,5c & 1.Thessalonicher 3, 13

Predigt Kaiserswerth 14.n.Trin. - 2.IX.2018 / Predigtreihe: „Was ist Heiligkeit?“                                              

                  Heilige Menschen – Sacharja 14,5c + 1.Thess.3,13

Liebe Gemeinde!

Um die Frage der katholischen Heiligenverehrung soll es gar nicht gehen:

Die hat kein Geringerer als Gerhard Tersteegen[i], der Mystiker des reformierten Pietismus, vor mehr als zweihundertsechzig Jahren an seinem Webstuhl zwischen Velbert und Heiligenhaus gelöst. Für Tersteegen waren die „heiligen Seelen“, deren Lebensgeschichten und Glaubenszeugnisse er jahrzehntelang sammelte, völlig unabhängig von konfessionellen Grenzen Meister und Lehrerinnen, Schwestern und Brüder im Glauben, und er hat die Wahrheit und Weisheit eines Franz von Assisi, eines Nikolaus von der Flüe, einer Juliana von Norwich, er hat die Schriften und das Vorbild einer Hildegard von Bingen, einer Teresa von Avila und eines Johannes vom Kreuz – um nur einige wenige Bekannte zu nennen – so hoch geschätzt, dass er sie mit erstaunlicher Sach- und Sprachkenntnis erforschte und publizierte.

Neben seinem unermüdlichen seelsorglichen Briefwechsel nahm Tersteegens Beschäftigung mit den Heiligen noch vor seiner Lieddichtung den größten Teil jener Kräfte in Anspruch, die das kärgliche Bandwirkerhandwerk ihm ließ.

Dabei verfuhr er allerdings sehr viel weitherziger als Theodor Fliedner, der in seinem Buch der Märtyrer und Glaubenszeugen der evangelischen Kirche von den Aposteln bis auf unsere Zeit[ii] zwar viele Heilige der Alten Kirche und des Mittelalters – unter ihnen Severin, Suitber-tus, Kyrill und Methodius, die sieben heiligen Schläfer, Ulrich und Afra von Augsburg, Bern-hard von Clairvaux, die beiden Ewalde, Elisabeth von Thüringen und Willibrord – aufnahm, aber peinlich darauf achtete, keine katholischen Glaubenszeugen aus den Jahrhunderten nach der Reformation zu schildern und zu rühmen.

Tersteegens Verständnis für die Bedeutung der im Katholizismus sog. „Heiligen“ ist in seinen eigenen Worten zusammengefasst:

„Betrachten wir die Heiligen mit Absicht auf uns, so sind sie Glieder der Gemeinde Jesu Christi. Alles, was Gott ihnen gegeben, das hat Er der ganzen Gemeinde gegeben; was Er in ihnen und durch sie gewirkt, ja, sie selbst ganz, gehören dem Leibe Christi zu. ……. [A]lso will ich auch der Kirche geben, was ihr zugehört, nämlich diese Vorbilder der Heiligen als kostbare Kirchenzieraten (Anathemata, Luc.21,5.), mit allen ihren unterschiedlichen Austeilungen und Gaben, zum gemeinen Nutzen, denn es ist Ein Leib. Möge nur keiner aus sektiererischer Selbstliebe diese Gabe Gottes von sich stoßen und sich dieses Guten zu seinem eigenen Schaden berauben!“[iii]

Wer immer also die Anregung und Tröstung durch einen Augustinus oder eine Therese von Lisieux ausschlägt, wer es sich nicht gestattet, einen Charles de Foucauld oder eine Edith Stein in sein Denken und Glaubensleben einziehen zu lassen, bloß weil sie andernorts „Selige“ oder „Heilige“ genannt werden, den tötet der Buchstabe, wo der Geist Leben schenken will (vgl. 2.Kor3,6).

Dennoch ist dieser Blick auf die kanonisierten Zeugen der katholischen Tradition bei weitem nicht umfassend genug. Das wird schon dadurch deutlich, dass die ersten „Heiligen“, von denen die Bibel in beiden Testamenten ausdrücklich spricht, weder katholisch noch evangelisch waren, sondern schlicht Juden.

Denn zugleich mit dem Gott, Der so frei war, die irdische Wirklichkeit als  den Raum Seiner Schöpfung und Taten, Seiner Wunder und Ziele zu wählen und dann in Raum und Zeit freiwillig nicht nur die hellen, sondern auch die dunklen Seiten des Lebens zu teilen … zugleich mit Ihm ist auch ein elendes, aber befreites Volk auf der Weltbühne erschienen, dem von diesem Gott gesagt wurde: „Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin“ (3.Mose 11,44; 19,2 u.ö.).

Israel hat also seit dem Auszug aus Ägypten den Auftrag, die Freiheit und die völlige Unabhängigkeit Seines Herrn zu teilen: So wie Er nicht durch Größe oder Überwältigung Seine göttliche Erhabenheit beweist, so soll auch Sein Volk Ihn nicht durch das Eindrucksvolle oder Zwingende seines Daseins bezeugen, sondern dadurch, dass sie die gleiche innere und äußere Verschiedenheit, die gleiche geistige und praktische Andersartigkeit beweisen, die auch Ihn von allen vorgefertigten und landläufigen Gottesbildern unterscheidet.

Israel, das Volk des freien Gottes, soll anders sein. … Eigenartig und bereit, sich nicht den Vorstellungen dieser Welt anzubiedern.

Das kommt jener Gestalt von Eigenständigkeit und Unangepasstheit nahe, die wir an Gottes Heiligkeit beobachten konnten, … einer Heiligkeit deren innerweltliche, immanente Lust auf Verwirklichung, auf Realität verblüfft.

Genauso soll Israels Heiligkeit – seine Andersartigkeit – eine Sache dieses Lebens hier auf Erden sein, die den feierlichen und sonntäglichen Vorstellungen der Heiden von religiösem Zauber, von überirdischer Ergriffenheit und gewaltigem Tamtam die heiße Luft entzieht.

Das veranschaulicht das sog. „Heiligkeitsgesetz“ des 3.Buchs Mose[iv], in dem einige der typisch jüdischen Gebote der Alltagsheiligung stehen, die die Welt so befremden: Die Speisegebote, die zwischen Milchigem und Fleischigem trennen, …Textilvorschriften, die zweierlei Stoffe in einem Gewand verbieten und viele andere Regelungen geschlechtlicher und gesellschaftlicher Einzelheiten. Der gemeinsame Nenner dieser vielen, scheinbar nebensächlichen Details ist dabei klar zu erkennen: Ihr sollt heilig sein, bedeutet so zu leben, dass mitten im Alltag Unterscheidung stattfindet.

… Nicht alles ist gleich-gültig.

Noch in Kleinigkeiten besteht die Möglichkeit, sich selbst und der Welt zu zeigen, dass man nicht unbedacht mit- oder nachmacht, wenn sich der breite Strom der Gewohnheit oder Bequemlichkeit durch das Leben wälzt, sondern dass es Freiheit bedeutet, sich zu ändern und dann auch anders zu sein.

Der grundlegende Gedanke, dass Heiligkeit in der Unterscheidung von üblichen Erwartungen, in der Unterscheidung vom allgemeinen Gebrauch und von verbreiteten Selbstverständlichkeiten besteht, ist also das Grundmodell des biblischen Lebens.

Aus Israel hat es ein heiliges Volk, ein auserwähltes Geschlecht und königliches Priestertum (vgl. 2.Mose19,6 / 1.Petr.2,9) gemacht, eine Gemeinschaft, deren heilige Unangepasstheit sie trotz aller Vertreibung, Verfolgung und Vernichtung in zweieinhalb Jahrtausenden bis heute erhalten hat.

… Denn anders als man landläufig meinen mag, da der heidnische, antijüdische Druck bis heute herrscht – „Alle müssten sein wie wir!“ –, war es doch gerade die Eigenständigkeit, die heilige Eigenart, die der Gemeinde Israel ihren Fortbestand sicherte, indem er ihre Assimilation und damit ihr Verschwinden verhinderte.

Heilig zu sein – also anders zu sein – war und bleibt Israels Zukunftsgarantie. —  

Das Modell dieser unangepassten Heiligkeit Israels ist nun aber in der Botschaft Jesu Christi ganz und gar erhalten und radikalisiert worden.

Seine Bergpredigt von der besseren Gerechtigkeit wagt es ja, der Gemeinde zu gebieten: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!“ (Matth.5,48), und der Apostel Paulus deutet dieses neutestamentliche Heiligkeitsgebot im Geist des Herrn, wenn er an die Römer (12,2) schreibt: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene!“

Auch hier also das Grundmuster der Unterscheidung: Seid frei von den Zwängen und Erwartungen der Welt; löst euch aus der Knechtschaft des Allgemeinen und Alltäglichen, aber auch von der Verführung des Beliebten und Zeitgemäßen.

Heiligkeit verlangt Andersartigkeit.

Die Heiligkeitsbotschaft der Bibel läuft auf die Unabhängigkeitserklärung der Gemeinde hinaus. 

Dieses Evangelium von der Erlösung und Heiligung durch die Freiheit des Befreiung-Gottes ausgerechnet im Zeitalter des römischen Weltreichs mit seiner ersten globalen Weltordnung zu predigen, war schlichtweg gefährlich:

„Fallt auf!

Tarnt euch nicht!

Handelt erkennbar!

Setzt euch ab!

Sucht nicht nach Mehrheit!

Bleibt besonders!

Werdet nicht normal nach den Maßstäben der Menge!

Haltet eine andere Wahrheit hoch!

Lebt ein Leben, das sich unterscheidet!

Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig!“

Diese Selbständigkeit der Kirche, diese Freiheit eines Christenmenschen von allen Zwängen und Moden und Vorlieben und Diktaten der übrigen Welt ist allerdings ebenso wie beim Volk Israel auch die eigentliche Zukunftskraft der Gemeinde:

Eine Kirche, der nichts mehr heilig ist, die bei allem mitmachen kann, verdampft! Bestehen bleibt nur die Kirche, die sich vom breiten Fluss und Einfluss der Allerweltsströmungen unterscheidet und innerlich wie äußerlich frei zur Heiligkeit bleibt! —

Am Anfang standen den ersten heidenchristlichen Gemeindegründungen dabei die Gläubigen in der heiligen Stadt vor Augen.

Diejenigen, die in Jerusalem, unter den Augen des gefährlichen Opportunisten Pilatus, um-geben von der Priesterschaft, die mit ihm kollaborierte, getrennt von den meisten ihrer Glaubensgenossen durch das Bekenntnis, ausgerechnet ein verfluchter Gekreuzigter sei der Messias – diejenigen, die das in Jerusalem durchhielten und täglich dennoch im Tempel und in den Häusern beisammen waren, um Gott zu loben und das Brot zu brechen (vgl.Apg2,46) … diejenigen, die das unbeirrt und unabhängig durchhielten, standen allen jüngeren Gemeinden vor Augen unter dem schlichten und selbstverständlichen Titel, den schon die Jerusalemer Gemeinde vor Christus getragen hatte: „Die Heiligen“.

Die erste Form der Kirchensteuer, die diakonische Kollekte, die Paulus von allen seinen Gemeinden in Kleinasien und dem griechischen Raum zusammenlegen ließ, war für diese Minderheit, die am Ursprung stand, bestimmt, und wann immer Paulus dieses zentrale Anliegen der Unterstützung für die Jerusalemer Kirche erwähnt, spricht er einfach vom „Dienst für die Heiligen (vgl.2.Kor9,1).

Von Jerusalem her, wo man Heiligkeit als Haltung und Hoffnung der Freiheit seit Jahrhunderten geübt und bewährt hatte, breitete sich also im Urchristentum das starke Beispiel des unabhängigen, selbstgewählten und -verantworteten Glaubenslebens aus.

Die jungen Christen in den Verfolgungszeiten erfuhren es dabei am eigenen Leib, dass ihre Zugehörigkeit zum heiligen Gott auch von ihnen das verlangen konnte, was wir im Vater-unser so ahnungslos beten und was doch im jüdischen Volk eine eindeutige, unmissverständliche Bedeutung hat: „Heiligung des Namens“ Gottes heißt in letzter Konsequenz nichts anderes, als die letzte Freiheit.

Wer sich keiner Gewalt, keinem Zwang, keiner Forderung der Welt beugt, der heiligt Gottes Namen tatsächlich. Heiligung ist nötigenfalls also die Freiheit zum Martyrium, die Freiheit sein Leben niemandem zu unterwerfen, sondern es in Gott hinein von Leid und Tod ganz unabhängig zu erhalten[v].        

So ergab sich der Brauch – angefangen beim ersten Märtyrer der Jerusalemer Urgemeinde, Stephanus, der schon von den Zeitzeugen in Damaskus zu den „Heiligen“ gerechnet wurde (vgl. Apg9, 13!) –, diejenigen, die im Bekenntnis zu Jesus Christus konsequent und ungebeugt blieben, besonders mit dem Ehrentitel der Freiheit zu würdigen: Abgesehen von den Aposteln und einigen der unmittelbaren Verwandten Jesu waren die Bischöfe Ignatius und Polykarp, die selbstbewussten Christinnen Thekla, Perpetua und Felicitas, der Diakon Laurentius und andere, uns weniger Vertraute die Ersten, die man weit und breit „Heilige“ nannte, weil sie sich nicht einschüchtern und eingliedern ließen, sondern unerschüttert ihren christlichen Eigensinn bewahrten und den einen, freien, wahren Gott dadurch heiligten.

Ihr Gedächtnis, Beispiel und Zeugnis hat sich dann mit den Scharen der anderen verbunden, die in der Kirche Mut und Festigkeit, Lust und Erkenntnis und Freude weckten, weil sie auf tausend Weisen vorlebten, dass Christen freie Menschen sind und niemandem untertan und dass es keine Notwendigkeit gibt, sich diese Haltung einschränken oder gar nehmen zu lassen.

Dass unter den unzähligen Menschen, die so heilig lebten und sind, die Mehrheit niemals als Lehrerinnen oder Lehrer, als Propheten oder Verkünder oder Bekenner oder Blutzeugen der Kirche bekannt geworden ist, das bestätigt ja nur, dass Heiligkeit tatsächlich nichts Exotisches, nichts Überirdisches, nichts Sakrales, sondern eine konkrete Wirklichkeit und ein ganz realer Weg des Lebens ist.

… Und das liegt an dem, wovon wir jetzt zwei Wochen keine Silbe ausdrücklich gesagt und doch ununterbrochen geredet haben: Der heilige Gott ist der Heilige Geist!

… Gott ist immer gegenwärtig, wo Er angerufen und geglaubt wird, wo wir Ihn brauchen und hören, wo wir Sein sind und bleiben wollen.

Gott, der Heilige Geist ist selber ja die Freiheit (vgl.2.Kor3,17), die Menschen des Glaubens geschenkt ist und in der wir leben und beharren können.

Gott, der Heilige Geist ist die Kraft, die überall und immer die Unabhängigkeit der Berufenen und Getauften von allen anderen Mächten und Gewalten stärkt.

Eine Kirche, die sich anschmiegt, eine Obrigkeits- oder National- oder Zeitgeistkirche wird darum, je mehr sie sich in Abhängigkeit von Autoritäten oder Meinungen begibt, desto geistloser.

Nur in der Gemeinschaft der Heiligen – also in der Gemeinde, die mit dem Heiligen Geist im von allem anderen ungebundenen Bund steht – … nur in dieser Gemeinschaft der Heiligen ist der Ort des heiligen Gottes, so wie Er ihn frei wollte und wählte.

Von diesem Ort und diesem Gott haben wir in den beiden letzten Wochen gesprochen.

Und damit sind wir im großen heiligen Bündnis Israels und der Getauften, die die Haltung und die Hoffnung haben, dass wir zum freien Gott durch Sein Erwählen gehören und von Ihm weder durch Leben noch durch Sterben getrennt werden können.

Und einst – so hat es der Prophet Sacharja in armen, dunklen Tagen bekannt und mit den gleichen Worten hat es auch Paulus seiner Gemeinde in Thessaloniki im ältesten Stück des Neuen Testaments geschrieben[vi] – … einst, da wird Gott der HERR kommen mit allen Seinen Heiligen, … mit den Freien, mit den Treuen, die bleiben.

Und dann – so wagen wir zu hoffen und zu bekennen – dann wird die Gemeinschaft der Heiligen, die allezeit auf Erden war (vgl.CA VII) und bei der auch wir als lebendige Glieder ewig bleiben werden (Heidelberger Katechismus, Fr.54), durch den heiligen Gott, den Heiligen Geist die Fülle aller heiligen Menschen verbinden, die nichts sonst fürchten, lieben und ehren als Seine schöpferische, rettende und siegreiche Freiheit:

Gerhard… Franziskus … Nikolaus … Juliana … Hildegard … Teresa … Juan … Theodor … Severin … Swidbert … Kyrill … Method … Ulrich … Afra … Bernhard … Ewald … Elisabeth … Willibrord … Augustinus … Thérèse … Charles … Edith … Stephanus … Ignatius … Polykarp … Thekla … Perpetua … Felicitas … Laurentius … Paulus … Sacharja … Moses … und wir alle!

Amen.

 

Fürbitten


Herr, Dich und die Deinen verbindet die Freiheit.

 

Gib sie darum auch uns!

Lass uns unbekümmert um Beifall oder Wut der Menge in Deiner herrlichen, heiligen Freiheit leben und dafür sorgen, kämpfen und beten, dass alle Welt aus Zwang und Angst und Hass gelöst und auch frei wird.

 

Wir bitten Dich für alle, die äußerlich bedrängt und bedroht sind durch Hunger, Armut und Gewalt,

und ebenso für alle, die innerlich beschränkt sind durch Bevormundung, mangelnde Bildung und Vorurteil.

 

Du hast die Menschen gewählt.

Erbarme Dich doch, dass auch sie erfahren und ergreifen, was heißt, die Wahl zu haben.

 

Stärke Deine Kirche, wecke die Gemeinschaft der Heiligen,

dass sie klar und treu und fröhlich zeigt,

wie unabhängig wird sein können,

wie sicher man wird, wo Du dem Leben Raum und Ziel gibst,

und wie grenzenlos gut es ist, dass nichts uns trennen, lösen, scheiden kann von Dir!

 

Schenke uns immer reichlicher die Gaben des Heiligen Geistes,

der die Welt und auch uns heiligt,

und lass uns mit den Auserwählten hier und künftig zusammengehören …

frei von Sünde, … frei vom Tod,

… frei für Dich, den heiligen, starken, unsterblichen Gott,

den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.  



[i] Zur Predigtreihe wurden in jedem Gottesdienst Lieder Tersteegens gesungen.

[ii] Erschienen im Verlag der Diakonissen-Anstalt zu Kaiserswerth am Rhein, 1864.

[iii] Vorrede zu den „Auserlesenen Lebensbeschreibungen heiliger Seelen“ zitiert nach: Gerhard Tersteegen, Ich bete an die Macht der Liebe – Eine Auswahl aus seinen Werken, hg.v. Dietrich Meyer, Gießen und Basel, 1997, S.337.

[iv] In der Forschung hat es sich eingebürgert, den Zusammenhang Leviticus (=3.Mose) 17-26 mit diesem Begriff zu bezeichnen, der tatsächlich das Leitmotiv darin darstellt.  

[v] Die Begriffsprägung „Heiligung des Namens“ (hebr. „Kiddush ha-Shem“) ist im Judentum bis heute eine eindeutige Umschreibung des Martyriums.

[vi] An dieser Stelle ist die Bezeichnung „Heilige“ besonders bemerkenswert, da der 1.Thess (Kap.4) auf die völlig unvorhergesehene Situation allererster Todesfälle in der christlichen Gemeinde reagiert. Wenn Paulus eindeutig aus Sacharja 14 zitiert, dann ist – noch ehe das Sterben der Getauften zur Regel wurde – die Verwendung und der Sinn des geprägten Begriffes eindeutig: Die „Heiligen“, mit denen Gott kommt, um Sein Reich zu errichten, sind auch für Paulus noch selbstverständlich die „Heiligen“ Israels vor Christi Geburt! Die (Selbst-)Bezeichnung als „Heilige“ verbindet die Gemeinde beider Testamente also zutiefst.

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