Lutherrose

(epd-bild, neetz)

 

DIE LUTHERROSE
„Ein Christenherz auf Rosen geht,
wenn‘s mitten unterm Kreuze steht."
In einem Brief vom 8. Juli 1530 beschreibt Martin Luther (1483-1546)
sein Wappen, genannt die „Lutherrose":
„Das erste sollte ein Kreuz sein - schwarz - im Herzen,
das seine natürliche Farbe hätte.
Denn so man von Herzen glaubt,
wird man gerecht ...
Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen,
dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt ...
darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe
ist der Geister und aller Engel Farbe.
Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld,
dass solche Freude im Geist und Glauben
ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig ....
Und um solch ein Feld einen goldenen Ring,
dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat
und auch köstlich über alle Freude und Güter,
wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist ..."


Präambel

Die Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth sieht sich als Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu, der die Menschen aufgerufen hat, innezuhalten, umzukehren und sich dafür einzusetzen, dass das ganze Leben dem Willen Gottes entspricht.
Selber immer wieder fragend und suchend wächst sie durch Menschen, die ihrerseits auf dem Weg sind, um gemeinsam mit ihnen eine gerechtere und mitmenschliche Gesellschaft im Horizont des Reiches Gottes zu gestalten.
Die Evangelische Kirchengemeinde Kaiserswerth ist eine einladende Gemeinde, die sich auf den Weg zu den Menschen macht. Sie ermutigt sie, ihre Gaben einzubringen und die Gemeindearbeit mitzugestalten.


Folgende Anliegen sind dabei besonders zu nennen:

1 Gottesdienst und Kirchenmusik
Die Gemeinde findet Orientierung und Ermutigung für ihre Aufgaben und Vorhaben in der Begegnung mit  Gottes Wort, in der Feier der Sakramente und im gemeinsamen Gebet und Gesang. Dem dienen vielfältige und lebendige Gottesdienste für Jung und Alt, die von den Amtsträgerinnen und -trägern der Gemeinde und von Gemeindegliedern vorbereitet und durchgeführt werden.
Die Musik, die Martin Luther als „schöne und kunstvolle Gabe Gottes" bezeichnet hat, ist Sprachrohr für das Unaussprechliche und Verborgene des Glaubens und unserer Herzen.
Mit Worten und über Worte hinaus kann die Musik Herz und Seele beruhigen und erquicken, Gottes Nähe und Wirken spürbar machen, eine himmlische Freude erahnen lassen und mit alledem gerade in der heutigen säkularisierten, geschäftigen Welt eine wichtige Brücke zum Glauben bilden.
Eine herzerfrischende, stilistisch vielfältige, künstlerisch anspruchsvolle und berührende Kirchenmusik in Gottesdienst und Konzerten prägt in diesem Sinne unser Gemeindeleben, trägt als Teil der Verkündigung und gemeinschaftsbildendes Element wesentlich zum Gemeindeaufbau bei und strahlt in die Stadt und Bürgerschaft aus.


2 Diakonie und Seelsorge
„Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist", so hat es Dietrich Bonhoeffer formuliert.
Die Entwicklung einer Nachbarschaftskultur geschieht durch verschiedene Projekte der Gemeindediakonie. Über gemeinschaftsfördernde Angebote gelingt eine Stärkung der Nachbarschaft. Wir spannen ein Netz, in dem Menschen Vertrauen zueinander entwickeln können und ihnen gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglicht werden.
Dazu arbeiten wir mit den diakonischen Werken und Einrichtungen vor Ort zusammen. Im Mittelpunkt der Begegnung mit Einzelnen steht die seelsorgliche Begleitung, die Trost und Zuversicht vermittelt. Aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander das Leben gestalten und genießen, das sind die Anliegen gemeindlicher Diakonie und Seelsorge.

3 Ökumene, Religion(en), Gemeinwesen
Unsere Gemeinde ist in allen Arbeitsgebieten aufgeschlossen für den Dialog mit Menschen aus anderen Konfessionen, Religionen und Kulturen. Die Pflege der ökumenischen Gemeinschaft durch gemeinsame Gottesdienste und Aktivitäten gehört ebenso wie der jüdisch-christliche und muslimisch-christliche Dialog zu unserem evangelischen Profil. Wir fördern ein respektvolles Zusammenleben der Religionen.
Unsere Kirchengemeinde kooperiert mit ortsansässigen Vereinen und Gruppen, um die Nachbarschaft und Mitmenschlichkeit der Gesellschaft zu stärken und ihrer christlichen Verantwortung für die Gesellschaft gerecht zu werden.
Um miteinander ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben, wollen wir Netzwerke knüpfen und auch moderne Kommunikationsplattformen nutzen. Gemeinsam wollen wir für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eintreten.

4 Bildung
Wir stärken gemeinsam die Sprachfähigkeit, Kenntnis und Praxis des Glaubens. So übernehmen wir Verantwortung auf dem Fundament christlicher Werte und führen das zentrale Anliegen der Reformation fort. Angebote und vielfältige Begegnungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen und generationsübergreifend sind uns ein Bedürfnis.
Unsere Kinder- und Jugendarbeit gibt Kindern eine Heimat im Glauben, indem sie auf vielfältige Weise das Grundvertrauen stärkt, die Selbstständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein fördert und die Neugier und Kreativität weckt. Eine pädagogisch anspruchsvolle Jugendarbeit richtet sich an alle Kinder und Jugendliche des Stadtteils und geschieht auch außerhalb der kirchlichen Räume.


Epilog

„Das Leben ist nicht ein Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht eine Gesundheit,
sondern ein Gesundwerden,
nicht ein Sein, sondern ein Werden.
Nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles.
Es reinigt sich aber alles."
Martin Luther (Martin Luther, WA 7,336,31-36)
Schriften, Predigten und Disputationen von 1520/1521