Trinitatis, 16.06.2019, Stadt- und Jonakirche, 2.Korinther 13,11-13, Jonas Marquardt

Predigt Kaiserswerth & Jona Trinitatis - 16.VI.2019                                                                                                        

            2.Korinther 13,11-13 – Tersteegen Gedenkjahr

 

Zuletzt, Brüder und Schwestern, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 

Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

 

            Dazu Tersteegen (EG 252, 2 + 3+ 6):

Ach, dein Lebensgeist durchdringe, / Gnade, Kraft und Segen bringe

deinen Gliedern allzumal,

wo sie hier zerstreuet wohnen / unter allen Nationen,

die du kennest überall.

 

O wie lieb ich, Herr, die Deinen, / die dich suchen, die dich meinen;
o wie köstlich sind sie mir!

Du weißt, wie mich’s oft erquicket, / wenn ich Seelen hab erblicket,

die sich ganz ergeben dir.

 

Laß die Deinen noch auf Erden / ganz nach deinem Willen werden,

mache deine Kinder schön,

abgeschieden, klein und stille, / sanft, einfältig, wie dein Wille,

und wie du sie gern willst sehn.

 

Liebe Gemeinde!

„Zu Pfingsten, dem lieblichen Fest, hast Du viel zu kompliziert gepredigt – und auch noch gebrüllt!“, höre ich. …….

– Natürlich könnte man den Heiligen Geist, Der beim Verstehen hilft, auch damit herausfordern wollen, zu zeigen, was Er kann. … Aber ein Jammer und ein Spiel mit der Lästerung ist es doch.

Und darum kann ich nur dankbar sein, dass heute zwar der Tag der allerhöchsten Komplikation unseres Glaubens gekommen ist – der Tag, an dem wir jene einzigartige christliche Erkenntnis und Lehre feiern, die in keiner anderen Offenbarung oder Weltanschauung vorkommt … der Tag der Trinität, der Dreieinigkeit – und doch wird alles ganz einfach, wenn wir uns einem der Brüder anschließen, die vor uns den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist geliebt und angebetet haben.

Dieser Fremdling unter den großen Köpfen, dieser Pilger abseits der Zeitströmung, dieser Gottesfreund, der sich selbst freiwillig zu den „Stillen im Lande“ zählte, weil er ein eintöniges Handwerk - das Bandwirken - ausübte, um durch kein weltliches Geschäft vom ständigen Gebet abgelenkt zu werden, … dieser Gerhard Tersteegen ist ein so freier, furchtloser, konsequenter Jünger Jesu gewesen, dass unsre niederländisch-niederrheinisch-bergische Landschaft vielleicht bis heute nicht weiß, wer da zwischen Moers und Mülheim und Krefeld, zwischen Heiligenhaus und Velbert, zwischen Elberfeld, Barmen, Gruiten und Solingen ein Netzt aus hunderten Briefen und geistlichen Freundschaften und seelsorglichen Gesprächen und endlosen Gebetsgemeinschaften geknüpft hat[i]. … Er war das, was er andere ohne Scheu nannte – weil er die Gegenwart des Heiligen Geistes als die große Wirklichkeit des Christenlebens erfahren hatte:

… Er war ein „Heiliger“!?! —

Tersteegen selber liebte die Heiligen gerade so, wie der Apostel Paulus es am Schluss des  2.Korintherbriefes seiner hochproblematischen Gemeinde im Zeichen des heiligen Kusses aufträgt.

Paulus und Tersteegen erfassten nämlich, was die evangelische Mehrheit nicht mehr verstehen will: Wo Gott wirkt und angerufen wird, da dringen ein Licht und eine Wahrheit in und durch den Menschen, die ihn wirklich verwandeln. Wo Gott einen Menschen berührt – im rettenden Bad der Wiedergeburt (vgl.Titus3,5), in der lebenserhaltenden Speise, die uns Christus schenkt, durch das heilende Wort, das der Geist unmittelbar spricht – wo Gott einen Menschen berührt, da schafft Er ein neues Herz und einen neuen Sinn, … da beginnt ein Leben, das mit den stofflichen und zeitlichen Vorgängen, mit den Bedingungen der Bio-Chemie und der Physik nicht verrechnet werden kann. Christen sind neue Kreaturen und darum Fremdkörper in der materiell begrenzten Welt. In den drei Dimensionen dessen, was man gemeinhin die Wirklichkeit nennt, sind Christen nicht zuhause, denn sie gehören in die nächste Dimension … in die herrliche Freiheit von den drei anderen Schranken, die der Welt bevorsteht.

… Leute des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes sind also Außerirdische.

Und in dieser nicht einzuordnenden, in dieser ortlosen, utopischen Freiheit und Unkonventionalität, in der Christen nicht mehr leben können, als gebe es Gott nicht und als käme Sein Reich nicht und als wäre Er nicht unser eigentliches Ziel und Zuhause und darum schon jetzt unsere bestimmende und beschwingende Wirklichkeitin dieser nicht einzuordnenden Freiheit glänzen und leiden die Heiligen, die man deshalb lieben muss und lieben kann, wenn man ahnt, wie angefochten und wie unabhängig, wie angespannt und wie siegreich, wie verrückt und wie getrost es macht, das Wunder der Freiheit in der Begrenzung des Gewohnten zu spüren.

Christen sind Heilige, weil sie den Überschuss, der Gott ist, in ihrem Leben verkörpern, und weil dadurch in ihrer Existenz alles anders – vieles mehr und vieles weniger – zählt, als bei denen, die nur im Hier und Jetzt und dann nirgends mehr sind.

Darum liebte, grüßte und küßte Paulus auch die Heiligen in Korinth, obwohl sie ihn zur Weißglut und zum Heulen brachten, mit ihren teils überspannten und teils naiven Vorstellungen von dem, was es bedeute, getauft oder ein Apostel oder von den Toten auferstanden zu sein:

Christen als Heilige bezeugen nämlich in ihrer jeweils eigenen Person tatsächlich die ungewohnte, irritierende, experimentelle, sakramentale, provokative, entwaffnende, emotional erschütternde, rational unerklärliche Gegenwart Gottes in der Menschheit.

Und es ist protestantische Selbstverstümmelung, die biblische Gewissheit zu verdrängen, dass die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes jeweils originelle und konkret-individuelle Gestalt in den Christen annehmen … nur aus Angst vor dem katholischen Vorbild.

Der evangelische Gegenentwurf vom „Priestertum aller Gläubigen“ ist längst ja zum geschmacksverdeckenden und konturlosen Kleisterüberguß geworden, der alle zu Gleichen erklärt und keinen mehr selbständig betrachtet. Doch die bei uns Protestanten so beliebte Gleichmache aller Menschen ist gerade auch mit dem allgemeinen Priestertum nicht gemeint, sondern wie im Begriff des „Heiligen“ so zeigt sich Gottes Nähe in jedem bestimmten Einzelnen auch darin lebendig, dass Er sich in so zahllosen, unverwechselbaren Individuen lauter Könige, Priester und Propheten berufen kann.

Nicht wie vermeintlich gleich wir alle sind, sondern wie besonders – wie schöpferisch, menschenfreundlich und persönlich der dreieinige Gott ist, Der in unterschiedlichsten Menschen Wohnung nimmt und sie erfüllt: Darum geht es also … von Paulus bis Tersteegen!

Wenn wir das aber heute wieder erfassen, was Gerhard Tersteegen erfuhr – dass Gottes Allgegenwart und geistliche Einwohnung aus der Gemeinde aller Zeiten eine Wolke von Zeugen macht (vgl.Hebr.11) –, dann würde unsere Verarmung an Gesichtern und Geschichten des Glaubens der Fülle der von Gott Durchdrungenen und Getriebenen und Gehaltenen und Geformten weichen: Dann müsste evangelische Menschlichkeit nicht mehr nur aus den zwei stereotypen christlichen Vorbildern bestehen, die 90% unserer Predigten und Erbauungsbeispiele unter sich aufteilen – Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King –, sondern dann würden über den ethischen Bereich hinaus die Tiefe und Weite, die Helligkeit und Schönheit, die Ehrfurcht und die Freude des Christseins wieder Anziehung und Ausstrahlung unter uns gewinnen, wenn wir von den betenden und schweigenden, von den weisen und den inspirierten, von den duldenden und den hingerissenen Berufenen erzählen könnten … von den menschlichen Engeln, den Cherubim und Seraphim der Anbetung, von den Künstlern der Nächsten- und den Bergsteigern der Gottesliebe, … von den ansteckenden Hoffnungsträgern, … von den Menschheitswohltaten in-sich-gekehrter Bibelforscher, … von den vulkanischen Gerechtigkeitssuchern, … von den kristallklar Weitblickenden, … von den kleinen Lichtern in der Nacht … und – wie die Ostkirche es besonders liebt – von den Narren in Christo. —

Der leise, scheue, reformierte Gottsucher Tersteegen hat nun die Erfahrung des überwältigenden Reichtums Gottes in den Menschen gemacht, weil er keine Grenzen respektierte: In seinem Haupt- und Herzblutwerk, den „Auserlesenen Lebensbeschreibungen Heiliger Seelen“ hat er 25 z.T. geradezu kanonische, andererseits aber auch völlig unbekannte, beinah noch zeitgenössische katholische Heilige geschildert, weil er mit ihnen die Erfahrung solchen inneren Lebens – des „verborgenen Lebens mit Christus in Gott“ wie er es gut biblisch nannte (vgl.Kol.3,3) – teilte[ii].

Dieser Schatz, um den evangelische Sensibilität immer noch einen Bogen macht, ist bei ihm aber keinesfalls Ausdruck einer Menschenverherrlichung, eines Kultes heroischer Tugend oder sagenhafter Glaubenshelden, sondern im Gegenteil: Dass Tersteegen für Gott in den Menschen so empfänglich war, verdankt er seiner eigenen unerbittlichen Bescheidenheit.

… Niemals sich selber in den Mittelpunkt stellend, … zu keiner Zeit der narzisstischen Faszination des menschlichen Spiegelbildes erlegen, … stets nüchtern, karg und demütig darauf bedacht, zu hören, nicht zu hindern, … zu folgen, und nicht über sich selbst zu stolpern oder aus der Bahn zu stürzen, … akribisch auf innerliche Konzentration fokussiert, … immun gegen das Echo der eigenen Stimme, … eifrig, das ständige Abgelenktwerden des in Kleinigkeiten verzettelten Herzens zu meiden, bis Wahrnehmung, Gefühl und Verstand nicht nur Nebensachen, sondern die Vollkommenheit Gottes aus inniger Nähe wahrnehmen können, arbeitete Tersteegen an sich genau konträr zu unserer heutigen Ego-Technik:

Wir richten alles aus auf unsere Bedürfnisse und deren Befriedigung.

Tersteegen richtete sich darauf aus, dass kein Bedürfnis mehr in ihm krähte.

Wir fragen: Wie kann ich am besten für mich sorgen?

Tersteegen fragte: Warum sollte ich sorgen?

Wir wollen am liebsten alles haben.

Tersteegen erlebte, dass der Liebste alles hat. ———

In seinem „Handbrieflein von der wahren Mystik“[iii] gibt er knapp und klar den Weg an, auf dem nicht wir Heilige werden, sondern auf dem wir erfahren, dass Gott es ist, Der uns dazu beruft und führt:

„Ganz für Gott sein ist das Geheimnis des Inwendigen (mystischen) Lebens, wovon sich die Leute solche seltsamen und fürchterlichen Bilder machen. Und so leben wir, wann Christus selbst unser Leben wird.

Ein selbstgemachtes Christenleben, ein Christenleben, wovon nicht Christus, im Inwendigen lebend, der Ursprung und die Seele ist, ist nicht das, was es genennet wird, sondern eine tote Larve, eine äußere Gestalt ohne Leben und Kraft.

Wir sollen nur von unserm eigenen Tun ablassen, Jesu unser Herz wahrhaftig eingeben, bei ihm kindlich drinnen bleiben und ihn frei durch seinen Geist in uns wirken lassen.

Es ist nichts einfältiger, sicherer, lieblicher, fruchtbarer als dieses Herzensleben, welches nicht durch Lesen und Kopfanstrengen, sondern durch Sterben und Lieben gründlich erkannt und erfahren wird. Ist also mehr das Werk des Geistes Jesu in uns als unser eigenes Werk.“

Weit davon entfernt also, dass die Entdeckung der christlichen Heiligkeit oder der mystischen Frömmigkeit – der „Gottseligkeit und Gottesdienstlichkeit“, wie Tersteegen die von ihm und seinen Glaubensgeschwistern in der Gemeinschaft der Pilgerhütte bei Heiligenhaus geübte  Lebenshaltung nannte[iv] – … weit entfernt davon, dass diese ökumenisch grenzenlose Spiri-tualität der lebendigen Erfahrung Gottes künstlich verklärte Menschenbilder schuf, war Tersteegens Blick auf sich selbst und die menschliche Psyche krampflos ehrlich.

In einem Lied „Von geist- und leiblicher Schwermüthigkeit“[v] kann er eine tatsächliche Depression besingen, und auch sonst ist bei ihm nichts von jener harmlosen Oberflächlichkeit, die so oft bei den Frommen begegnet, wenn sie den berühmten Friede-Freude-Eierkuchen mit der Schaumschlägerei ihrer simplen Sprüche garnieren.

Tersteegen lehrt in seiner Dichtung und Seelsorge, dass genau das die hohe Herausforderung des heiligen, also gottverbundenen Lebens ist: Sich nicht drüber weg zu täuschen oder schönzureden, wie selten es gelingt und wie schwierig es bleibt, sich auf das Wesentliche, auf das Eine, das nottut, … sich auf Gott zu konzentrieren.

Die kurze Aufmerksamkeitsspanne des flüchtig lebenden Menschen muss den ewigen Gott zu einer enormen Überforderung zu machen.

Die Flatterhaftigkeit unserer Interessen scheitert am Bleibenden.

Der unersättliche Appetit auf Abwechslung verleidet Den, Der die Treue selber ist. … Leichter fällt’s, vielen Luftgebilden  nachzujagen, als im Geheimnis des einen Unergründliche an seine eigenen Begrenztheit zu stoßen.

Eher würde der Mensch also leer ausgehen, als seine sinnlosen Projektionen auf das Nichts aufzugeben.

Und darum ist es Mühe, sich vom vielen Scheitern des eigenen Wollens zurückzuziehen und ruhig zu werden, während Stolz, Hunger und Ehrgeiz uns doch zur Hektik treiben.

Es bedeutet echte Askese, nicht andauernd zeigen zu können, was man kann.

Es strengt an, nicht immer mehr Anstrengung und Erfolg zu beweisen.

Es ist hart, zufrieden zu sein.

Es ist nicht selbstverständlich, sich nicht selbst auf alles verstehen zu wollen. ————

Es ist also nicht der Mensch, der die für Tersteegen herrliche und wirkliche und dauerhafte Freiheit des Menschen, seine Gotteserfahrung, seine Gottseligkeit erreichen kann.

Es ist … und jetzt sind wir an jenem Punkt, an dem alles ganz einfach wird … es ist Gott allein und es ist ganz Gott, Der den Menschen zu sich bringt: Es ist Gott, Der den Menschen menschlich macht – und das heißt von Gott begrenzt, durch Gott begnadigt und mit Gott begabt.

Es ist Gott, weil Er dreieinig ist: Ursprung, Wendung und Heilung unseres Lebens, … himmlischer Vater, irdischer Heiland, innerste Kraft.

Gott ist das, … nur Gott.

Und wer nur Ihm, Ihm allein das eigene Herz, den eigenen Willen, das eigene Wesen lässt, der findet, gewinnt und hat alles, denn er erkennt die Wahrheit: Gott ist der Herr und Gott ist der Helfer und Gott ist das Geheimnis unseres Lebens.

Und so ist gefunden, wer sich in Gott verliert.

… Hat ewige Zukunft, wer in Gott vergeht.

Wird leben, wer in Gott sein Sterben nicht fürchtet.

Bleibt weise und sicher und selig, wer endlich alles in Gott vergisst.

Das ist die umfassende Weite des dreieinigen Gottes, Der vor allen, für alle und in allen war, ist und bleibt, und dessen biblischer Name darum das „Ich bin“ ist.

 

„Du erste Wesenheit! Du Wesen der du bist!

All unser Wesen, HErr, / verglichen dir, / nicht ist; (……..)

Ja, ich verlier mich selbst, / wenn ich an dich gedenk /

Und in dem Ocean dein’s Wesens mich ersenck.

Was Wesen hat fleußt hin und sinckt in diesem Meere:

Du bist allein/ du bist auch alles/ HErre!“[vi]

 

So ist wirklich der Eine – der Gott der Liebe und des Friedens – alles!

Und darum sei die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes mit uns allen!

Amen.



[i] Die umfassendste Monographie bleibt: C. P. van Andel, Gerhard Tersteegen: Leben und Werk – Sein Platz in der Kirchengeschichte, Neukirchen /Vluyn 1973.

[ii] Vgl. dazu R. Mohr, Eigenart und Bedeutung von Tersteegens „Auserlesenen Lebensbeschreibungen heiliger Seelen“, in: M. Kock & J. Thiesbonekamp (Hgg.), Gerhard Tersteegen – Evangelische Mystik inmitten der Aufklärung, Köln 1997, S.181-206.

[iii] Zitiert nach: Gerhard Tersteegen, Ich bete an die Macht der Liebe. Eine Auswahl aus seinen Werken, hg. v. D. Meyer, Gießen & Basel 1997, S.188f.

[iv] Vgl. G. Tersteegen, Kurze Abhandlung von dem Wesen und Nutzen der wahren Gottseligkeit, in: Ders., Weg der Wahrheit, die da ist nach der Gottseligkeit; bestehend aus zwölf bei verschiedenen Gelegenheiten aufgesetzten Stücken und Traktätlein nebst zwei Zugaben, Stuttgart 1905, S.122.    

[v] Zu finden in: Johannes Schmidlin, Ein Hundert Geistliche Lieder aus dem Blumengärtlein Gerhard Tersteegens – Zürich 1764, Nachdruck: Köln 1997, Nr. XLIV, S.150f (Orthographie und Interpunktion zur besseren Verständlichkeit modifiziert [J.M.]): „Will man nach meinem Zustand fragen, / wie es mit mir beschaffen sei? / Ich muß gar heimlich etwas tragen, / das ich scheu zu entdecken frei. / Doch ich mich nicht enthalten kann, / etwas davon zu zeigen an: / Ich seh in mir gar tief verborgen / ein’n Abgrund von Melancholey; / der ist, wenn ich erwach am Morgen / als wenn er immer werde neu. / Drin bring ich jetzt die Tage zu / und finde nirgends Rast noch Ruh. / Dies macht ein unaussprechlich Sehnen, / daß ich schier wünschte, nicht zu sein, / als länger mich in Schwermut grämen / und heimlich leiden solche Pein. / Doch endlich wird der kalte Tod / zerbrechen, … zerbrechen diese Zentner-Not.“

[vi] Zitat aus: Heilige Sechs-Zahlen / oder Übung der Gottseligkeit gegen GOTT / durch das Gesicht und die Beschauung seines Wesens / und seiner göttlichen Vollkommenheiten. Anitzo aus Frantzösischen in Teutsche Reymen gebracht – „IX: Beschauung Gottes unter diesem Namen WESEN / GEIST“, in: Jean de Labadie, Hand-Büchlein der wahren Gottseligkeit (1727), Übersetzung des „Manuel de Piété“ von Gerhard Tersteegen, Nachdruck: Köln 1997,  S. 232f.

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