Jubilate 22.04.2018 Stadtkirche 2.Korinther 4, 16-18 Pfr .Hermann Bauer

2. Kor.4,16-18: Predigt am Sonntag Jubilate 2018 in der Stadtkirche in Kaiserswerth

 

Liebe Gemeinde!

 

Warum wird Paulus nicht müde?

Er hätte allen Grund dazu.

Wie kommt er daher?

Ein alter Mann,

mit einer Krankheit geplagt,

die sein öffentliches Auftreten sehr erschwerte,

mit deutlichen Zeichen des Verfalls an seinem Leib,

Spuren der  schweren Strafen, die er erdulden mußte,

der Strapazen seiner vielen Reisen, der Entbehrungen, die sie mit sich brachten,

dabei verfolgt, unterdrückt,

von vielen Seiten angefeindet, verleumdet, von allen Seiten bedrängt,

ohne festen Wohnsitz, ohne Pflege.

Wenn da einer nicht müde wird, dann ist es  ein Wunder.

 

Aber sagt Paulus:

Das ist der äußere Mensch.

Doch  wenn auch unser äußere Mensch verfällt,

so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.

Erneuerung des inneren Menschen, täglich?

Wie geschieht das?

In unserer aktuellen Medienlandschaft ist Müdigkeit und sind Ratschläge zu ihrer Überwindung ein häufig traktiertes Thema.

Nur, was Paulus dazu sagt, ist etwas ganz anderes als was dort zu lesen ist.

Und damit müssen wir uns beschäftigen.

Nur dazu muß man sich den gesamten Briefteil vergegenwärtigen, zu dem unser Text gehört

und dafür bitte ich um ihre Geduld.

 

Paulus weiß sich eingebunden und einbezogen

In ein Geschehen von Gott her, das eine neue, eine letzte Phase der Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung ist.

Am Anfang unseres Briefabschnittes (2.Kor.2,14-17) beschreibt er dieses Geschehen mit einem Bild aus seiner römisch- hellenistischen Umwelt.

Hatte damals der Kaiser oder sein oberster Feldherr einen wichtigen Sieg errungen,

etwa wie Titus über die Juden im Jahre 70 nach Christus, so stellt  er sich in einem Triumphzug aller Welt dar als  Sieger über seine Feinde, vor allem aber als gegenwärtige Erscheinung des höchsten Gottes, als Epiphanie Jupiters, der als Garant einer heilvollen Weltherrschaft galt.

In diesem Triumphzug werden mitgeführt die Beute, die vornehmsten Gefangenen, aber auch die, die durch ihre Dienste zu diesem Sieg beigetragen haben.

Wohlgerüche steigen auf, die von der Gegenwart des Gottes künden.

Nur der Teufel stinkt.

Jubelchöre erklingen und die Volksmenge zeigt Gesten der ehrfürchtiger Anbetung und beseligter Freude.

 

So etwas wie ein Triumphzug findet auch dort statt, wo Paulus sein Evangelium verkündet

um an allen Orten den Wohlgeruch der Erkenntnis Gottes zu offenbaren.

Und er  Paulus - sei es als Besiegter, sei es als Diener oder Sklave oder als beides -  ist in dieses Geschehen mit einbezogen.

Er schreibt:

Ich danke Gott, dass er mich überall im Triumphzug mitführt.

Wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi, (2.Kor.2,14) der die Offenbarung Gottes an allen Orten anzeigt.

Wo findet dieser Triumphzug  statt?

Es tauchen zwei allerdings sehr unterschiedliche Ortsangaben auf:

An allen Orten, also in der Welt und in Christus.

Was soll das heißen?

Diese neue Phase der Gottesgeschichte beginnt damit,  dass inmitten dieser Welt – und nun muß man wieder ein Bild gebrauchen – eine Art Kraftfeld sich ausbreitet, ausgehend von dem gekreuzigten und auferstandene Christus Jesus.

Es ist der Wirkbereich des von Christus ausgehenden Gottesgeistes,

ein geistliches Kraftfeld.

Sein Name ist Christus.

Wer in ihm ist, ist in Christus.

Paulus weiß sich von Gott in Anspruch genommen, durch seinen Dienst, Menschen in Verbindung zu bringen zu diesem Kraftfeld. 

Durch sein Wirken gelangen Menschen in dieses geistliche Kraftfeld hinein.

Paulus sagt:

Dazu ist  Gott, der da sprach aus der Finsternis soll Licht aufstrahlen, in unserem Herzen aufgestrahlt, um die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes auf dem Angesichte Jesu Christi offenbar zu machen (2.Kor.4,6) um Christus offenbar zu machen, als das Bild Gottes. 

Darum verkündet er Christus als den Herrn, sich selbst aber als Diener oder Sklave Christi,  ja auch als Diener seiner Gemeinden um Christi willen

Durch seinen Dienst werden die Gemeinden, die er gründet, als in dieses Kraftfeld versetzt zum Leib Christi und der einzelne Christ zu einem Gliedmaß am Leibe Christi.

 

Was verändert sich durch dieses Eingebundenwerden in das Kraftfeld des Geistes?

Paulus gebraucht wieder ein Bild, diesmal aus der Sprache des Handels.

Der Geist ist nur eine Anzahlung,

ein Pfand, (2.Kor 5,4)

für eine noch ausstehende viel größere Gabe, ein Pfand dafür, dass die, die in Christus sind

der kommenden Vollendung in Gott teilhaftig  werden.

Diese umschreibt Paulus wiederum mit vielen Bildern.

Er spricht von einem Überkleidetwerden  mit einer nicht mit Händen gemachten ewigen Behausung aus dem Himmel (2.Kor.5,1-4, vom Anziehens des Unverweslichen,

Oder er spricht davon, dass Gott, der Christus auferweckt hat, auch uns als zu Christus Gehörende mit Christus auferwecken wird (2.Kor.4,14).

Oder er spricht ganz schlicht vom Daheimsein bei Christus (2.Kor.5,8)

Das sind  für viele heute - auch solche, die sich als Christen verstehen - ziemlich unerschwingliche und von der allgegenwärtigen Religionskritik aufs heftigste bekämpfte Aussagen.

Aber es sind auch Aussagen über die Gegenwart hier und jetzt.

Dem, der in Christus ist, ist hier und jetzt ein neuer Zukunftshorizont eröffnet,

eine Zukunft jenseits von Raum und Zeit,

jenseits dieser Welt,

eine Zukunft bei Gott.

der die Zeit in Händen hält,

der die ganze Schöpfung, das All,

aus dem Nichts ins Sein gerufen hat.

 

Ein neuer Zukunftshorizont, bedeutet eine neue Weise des Existierens und zwar schon hier und jetzt.

 

Diese neue Weise des Existierens ist in Christus erschienen,

ein Existieren im Hier und Heute

aus der Kraft Gottes.

Gerade als Mensch in der Knechtsgestalt des Menschen (Phil.2,7)  ist er das Bild Gottes.

 

Und Paulus sagt: Wir alle aber - ergriffen vom Geiste Christi - werden in dasselbe Bild verwandelt werden aus Herrlichkeit zur Herrlichkeit (2.Kor.3,17-18).

Dieses Verwandelt werden in das Bild Christi ist ein Prozess, der im Hier und Heute beginnt.

 

Paulus sagt:

Ist einer in Christus,

so ist er eine neue Kreatur,

das Alte ist vergangen,

siehe es ist alles neu geworden (2.Kor.5,17)

 

Diesen Prozess der Erneuerung des Menschen meint Paulus, wenn er in unserem Text davon spricht, dass der innere Mensch von Tag zu Tag erneuert wird.

Wie sieht diese Erneuerung konkret aus?

Im Römerbrief spricht er von einer Erneuerung des Sinnes, und er meint damit nicht nur das denkerische Vermögen des Menschen, sondern die Gesamtheit des Wahrnehmens, Empfindens, Denkens, Wollens und Handelns.

Wie ist diese Erneuerung möglich?

Paulus sagt:

Wo der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.(2.Kor.3,17)

Und er beschreibt diese Freiheit

Als Befreiung von der Macht der Sünde und des Todes.

In Christus hat der Geist des Lebens dich frei gemacht, vom Gesetz der Sünde und des Todes.

Darum keine Verurteilung für die, die in Christus Jesus sind. (Römer 8,1-2)

Nicht Verurteilung und Tod ist der Zukunftshorizont in Christus,

sondern Leben bei Gott.

Das Jenseits von Zeit und Welt, ist nicht der alles vernichtende Abgrund des Nichts, sondern Gott, der aus dem Nichts die Welt ins Sein ruft.

Dieser neue Zukunftshorizont in Christus bedeutet schon hier und heute Befreiung von zwei Zwängen, denen die Menschheit von alters her unterworfen ist:

Die Faszination von allem, was einem Macht gibt, nach dem Leben zu greifen,und der Zwang zur Selbsterhaltung und damit zur Feindschaft  gegenüber allem und jedem, der einen in dieser Selbsterhaltung bedroht.

 

Die Befreiung von diesen Zwängen, ermöglicht durch den neuen Zukunftshorizont, macht eine Erneuerung des Existierens möglich.

Diese Erneuerung ist kein magischer Prozess, er läuft auch nicht nach notwendigen Naturgesetzen ab etwa wie ein chemischer oder physikalischer Prozess.

Der Mensch ist ja kein Stein.

Er ist kein festgestelltes Wesen.

Ihm ist sein Sein immer auch aufgegeben.

Er hat zu sein, was er schon ist.

Er hat in den Möglichkeiten, die ihm in Christus eröffnet sind, zu wandeln.

Die Gabe Gottes ist immer auch Aufgabe.

Redet Paulus in unserem Text im Indikativ „Der innere Mensch wird von Tag zu Tag erneuert“, so gebraucht er im Römerbrief die Aufforderungsform:

Ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes. (Römer 12,2)

Oder

Christus hat uns zur Freiheit befreit, so steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.

Oder wenn wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. (Gal.5,1 und Gal.5,25)

 

Dieser Wandel  in Freiheit, im Hier und Jetzt,  führt einen aber in die Bedrängnisse, von denen die äußere Erscheinung des Paulus  gezeichnet ist.

Paulus sagt: Den Schatz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes auf dem Angesichte Jesu Christi, haben wir in irdenen Gefäßen.(2.Kor.4,7)

 

Diese Diskrepanz zwischen außen und innen ist ja auch schon in dem Bild vom Triumphzug enthalten.

Denn der, der da triumphiert, der den Paulus in seinem Triumphzug mitführt, trägt auf seinem Haupt nicht den goldenen Strahlenkranz des höchsten Gottes sondern eine Dornenkrone, und er ist nicht erhöht auf einem  hocherhabenen Thron, sondern ans Kreuz.

Nun  bewertet Paulus in unserem Text diese Diskrepanz und provoziert damit gewaltigen Widerspruch.

Er legt inneres und äußeres gewissermaßen auf die Waage und stellt fest:

Die gegenwärtigen Trübsale wiegen leicht,  gegenüber dem, was sie uns schaffen,

nämlich eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.(2.Kor.4,17)

 

Ist das nicht wieder der uralte

Priester- und Pastorentrick?

Menschen werden für dumm verkauft und auf eine zukünftige, unsichtbare, angeblich ewige Herrlichkeit vertröstet.

Gibt es das überhaupt?

Ist das nicht ein billiges Vertrösten?

Sehr gefährlich!

Ein geeignetes Mittel für Machthaber, zur Ruhigstellung unterdrückter Massen.

Opium fürs Volk hat Karl Marx gesagt.

So neu ist dieser Vorwurf  nicht.

Schon die Korinther haben ihn gegen ihren Apostel erhoben: 

Du willst Bote einer neuen Schöpfung sein. Ein solcher müßte doch mit sieghaften Worten die Mächte der Finsternis zu Boden treten, an dem müßte doch Gottesmacht spürbar werden, er müßte überströmen von innerer Erleuchtung und begeistern durch die Verzückung, die er verbreitet.

Stattdessen: Wie kümmerlich ist deine Rede,  wie armselig deine Gestalt!

Du gleichst doch eher einem geprügelten Hund und bist es auch, geschlagen von Krankheit und Verfolgung.

Der Bote einer neuen Schöpfung  müßte doch anders daher kommen.

So wollten auch die Korinther Sichtbares, Greifbares, Gegenwärtiges,  Siegesrausch, Enthusiasmus, aber nicht Verfall und Trübsale.

 

Was hat es mit diesen Trübsalen auf sich?

Paulus ist - wenn er fremdem Leid begegnet - weit davon entfernt, den Leidenden auf eine künftige Herrlichkeit zu vertrösten, um  dem Leid auszuweichen.

Er läßt sich in fremdes Leid verwickeln.

Wer ist schwach und ich werde nicht schwach, wer kommt zu Fall und ich brenne nicht.

So wie Jesus die Hungrigen nicht von sich weist, sondern ihnen Brot schafft,

an den Kranken nicht vorübergeht, sondern bei ihnen Halt macht,

den Sünder nicht verwirft, sondern ihm vergibt, 

in das Haus des Verachteten einkehrt und die Empörung der Gerechten auf sich nimmt,  so auch Paulus.

Auch in der Existenz des Paulus bildete sich die Gestalt des Gottesknechtes ab, von dem es heißt: Er trug unsere Krankheiten  und lud auf sich unsere Schmerzen.

Die Trübsale des Paulus sind die Trübsale der Welt, denen er nicht ausweicht, sondern in die er sich verwickeln läßt, so wie Christus es seinen Jüngern befohlen hat.

In der kirchlichen Tradition sprach man dann von den Werken der Barmherzigkeit:

die Hungrigen speisen,

die Durstigen tränken,

die Nackten bekleiden,

die Fremden aufnehmen,

die Kranken pflegen,

die Gefangenen besuchen

und wer das tut, an dessen leiblicher Gestalt wird auch die Not und der Verfall derer sichtbar, deren er sich annimmt.

 

Die Trübsale des Paulus haben aber auch  noch eine andere Dimension.

Paulus  hat den Willen Gottes neu interpretiert, und damit den Widerstand und die Feindschaft

der Repräsentanten des bis dahin Geltenden herausgefordert.

Was war das Neue:

Christus ist des Gesetzes Ende (Römer 10,4).

Hier ist nicht Jude noch Grieche,

hier ist nicht Sklave noch Freier,

hier ist nicht Mann noch Frau,

denn ihr seid allesamt einer in Christus (Gal.3,28).

Ritualgesetze, Speisegesetze, Kleidervorschriften, Standesgebote sind zweitrangig.

Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung (Römer 13,8-10).

Der Glaube an Christus - nicht das Aufsichnehmen des mosaischen Gesetzes - ist der Heilsweg.

Die Öffnung des Heils für alle Menschen ist das Neue.

 

Und Paulus wurde verfolgt wie die Propheten verfolgt wurden, wie Christus verfolgt wurde.

Obwohl er sich mit allen Kräften bemühte, Verständnis zu wecken für seine Botschaft - es half nichts.

Er konnte diesen Widerstand nicht vermeiden.

Er hätte seine Botschaft verschweigen müssen.

Aber das hätte bedeutet, die ihm zuteil gewordenen Offenbarung Gottes  und die Erkenntnis der Wahrheit zu verraten.

Er mußte für die Wahrheit leiden und sterben.

Aber diese gegenwärtigen Trübsale sind leicht, denn sie schaffen eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, nämlich das Leben mit Christus - nicht nur dort, sondern schon hier.

Es wird erfahrbar eben darin, dass Paulus nicht müde wird.

Es ist ein Wunder, denn es kommt aus er Kraft Gottes.

Paulus sagt (2.Kor.4,8-10):
Darin dass wir von allen Seiten bedrängt sind

uns aber nicht ängstigen,

uns bange ist, aber wir nicht verzagen,

wir  Verfolgung leiden, aber doch nicht verlassen sind,

wir unterdrückt werden, aber doch nicht umkommen

ist Gottes Kraft am Werke

als Pfand dafür,

dass das Sterbliche verschlungen wird vom Leben (2.Kor.5,4).

Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unsrem Leibe,

damit auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.

Dafür ist notwendig, dass wir nicht sehen auf das Sichtbare,  sondern auf das Unsichtbare.

Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist , das ist ewig.

So der letzte Satz unseres Textes.

Paulus wendet sich mit seiner Botschaft nicht an den Verstand, des Menschen.

Unser Verstand ist das Organ. mit dem wir erkennen, was ist und wie es sich verhält.

Gemäß unseren  wissenschaftlichen Methoden machen wir uns einen Entwurf, wie etwas sein  und sich verhalten könnte, und überprüfen dann durch Experimente, ob sich unsere Prognosen an der Realität bestätigen.

Diese erfassen wir mit unseren Sinnen:

Sehen Hören Fühlen Riechen Schmecken.

Durch Indienstnahme von Apparaten haben wir den Bereich dessen, was wir mit Sinnen wahrnehmen können, ungeheuer erweitert.

So können wir heute z.B. mit Hilfe des uns unhörbaren Ultraschalls das Verhalten unserer inneren Organe auf dem Bildschirm sichtbar machen.

Damit erfassen wir aber nur, was in der Zeit und in der Welt ist.

 

Was jenseits von Zeit und Welt ist,

was Jenseits des Seins ist,

wofür wir das Wörtchen „ist“

nur noch im übertragenen Sinne gebrauchen können

und wovon wir überhaupt nur in Bildern und Vergleichen sprechen können:

Da ist für den Verstand nichts.

Wie kann man also das Unsichtbare sehen?

 

Paulus wendet sich nicht an den Verstand, sondern an das Gewissen.

Durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott (2.Kor.4,2).

Im Gewissen wissen wir um unsere Verantwortung für unsere ganzes Leben vor Gott.

Verantwortung ist mehr als Rechenschaftspflicht vor irdischen Instanzen.

Wäre sie nur das, wäre sie nicht unentrinnbar.

Wir bleiben verantwortlich auch wenn wir sie leugnen, auch wenn wir uns ihr entziehen, auch wenn  wir tot sind.

In fast allen menschlichen Kulturen gibt es die Überlieferung von einem jenseitigen Gericht,  vor dem der Mensch sich verantworten muß.

Dieses Wissen gehört zum Menschsein dazu.

Im jüdisch christlichen Bereich sprechen wir von der Verantwortung vor Gott.

Wer dieses Wissen unter Projektionsverdacht stellt, wie es die aufgeklärte Religionskritik bisweilen tut, gerät selbst in den Verdacht, sich seiner Verantwortung entziehen zu wollen.

So ist das Gewissen das Empfangsorgan für das Unsichtbare für die Botschaft des Paulus aus dem Jenseits von Zeit und Welt

Unser Verstand sagt, was richtig ist,

unser Gewissen sagt, was wahr ist

auch wenn es uns gar nicht passt.

Die Erkenntnisse des Verstandes benützen wir für unsere Zwecke.

Was das Gewissen uns sagt, nimmt uns in die Pflicht, … auch wenn wir es gar nicht bezwecken.

Es nötigt uns und klagt uns an, wenn wir es verletzen.

Wenn Paulus sagt:

Jesus Christus ist das Bild Gottes,

so ist das ein Gewissensurteil,

das ihn bindet und ihn zu seinem Dienst nötigt.

Und wenn wir ergriffen sind von der Menschlichkeit Jesu, und bekennen, dass in ihm die Weise des Menschseins erschienen ist, die nach dem Willen Gottes auch in unserer Existenz Gestalt gewinnen soll, so sind wir ergriffen vom Geiste Jesu, hineingenommen in das Kraftfeld des Geistes Gottes,  und haben das Unterpfand unserer Zukunft bei Gott empfangen.

Amen

 

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