Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy – oder: Aus dem Leben eines Chormitglieds der Tersteegen-Kantorei
Als unsere Chorleiterin Yoerang Kim-Bachmann Anfang des Jahres 2026 verkündete, dass wir Mendelssohns Elias aufführen würden, war die Begeisterung groß: Ein monumentales Oratorium, anspruchsvolle Chorsätze, dramatische Dynamik und eine Geschichte, die an Intensität kaum zu überbieten ist. Mit den ersten Versuchen, die Töne zu treffen, das Tempo zu halten und das Werk zum Klingen zu bringen, wich die anfängliche Begeisterung allerdings einer gewissen Skepsis unter uns Chormitgliedern… war das nicht vielleicht doch eine Nummer zu groß für uns? Unsere Chorleiterin hingegen blieb – wie immer – optimistisch.
Es folgten Wochen und Monate intensiver Proben. Wir lernten, dass „noch einmal ab Takt 37“ bedeutete, dass wir die Stelle überhaupt nicht beherrschten, und dass die Aussage „Ich lass das jetzt mal so stehen“ durchaus eine Form von massiver Kritik sein kann. Yoerang forderte uns mit viel Energie, Geduld und einer bewundernswerten Beharrlichkeit. Aber bei allem Ehrgeiz kam auch der Humor nicht zu kurz. Es wurde viel gelacht und langsam, sozusagen Stück für Stück, erkannten wir auch in unserem Gesang die Größe und Herrlichkeit der Mendelssohnschen Komposition.
Und dann war es so weit – an einem Sonntagnachmittag im Oktober fanden viele Zuschauer den Weg in die Tersteegen-Kirche und bekamen für den gezahlten Eintritt (ein Novum in unserer Chorgeschichte) ordentlich was geboten: Was in den Proben noch gelegentlich nach musikalischer Abenteuerreise geklungen hatte, fügte sich mit dem ausdrucksstarken Orchester und den wunderbaren Solistinnen und Solisten zu einem beeindruckenden Ganzen. Die Musik trug uns – und bescherte uns und unserem Publikum bewegende Momente.
Was bleibt? Ein unvergessliches Konzerterlebnis, viele schöne gemeinsame Erinnerungen, ein gestärktes Chorgefühl und die Erkenntnis, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann, als man sich zunächst zutraut.
Und falls Yoerang schon das nächste große Werk im Blick hat – wir sind dabei! Und vielleicht sollten wir schon mal Takt 37 üben… (Stefanie von Halen)
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