Estomihi, 23.02.2020, "Halleluja und Helau", Mutterhauskirche, Peter Krogull

Büttenreden-Predigt 2020, Pfr. Peter Krogull

 Halleluja und Helau,

Gott schuf uns als Mann und Frau!

In diesem Thema sind wir mittendrin,

nun kommen wir zu seinem biblischen Sinn.

 

Da fangen wir am besten am Anfang an,

als Gott schuf den Prototyp von Frau und Mann.

Adam und Eva, ihr kennt die beiden,

die konnten sich im Garten Eden ziemlich gut leiden.

 

Sie chillten nackig unterm Baum.

Das Leben war für sie ein Traum.

Zwischen die beiden passte kein Feigenblatt!

Lange Zeit ging alles glatt.

 

Das lag daran, dass Sie eines Fleisches waren.

Denn Eva kam mit Haut und Haaren

aus des Adams Rippe raus.

Für diese Stelle kriegt die Bibel nur selten Applaus.

 

Denn das klingt auf deutsch als sei die Frau nur ein Nebenprodukt.

Im hebräischen Original ist es etwas anders abgedruckt:

Da ist die Rede nicht von Rippe, sondern von Seite,

Die Frau als bessere Hälfte, dem Manne zum Geleite.

 

Eindeutiger ist zum Glück der erste Schöpfungsbericht.

Genesis eins bringt in das Geschlechterdunkel Licht:

Da heißt es klipp und klar und ganz genau:

Gott schuf den Menschen als Mann und Frau.

 

Beide sind sie Gottes Bilde!

Dieser Satz, der stimmt mich milde,

wenn ich an andere Stellen der Bibel denke,

bei denen ich mir manchmal das Gehirn ausrenke.

 

 

 

Ich denke da im Neuen Testament an den Epheserbrief.

Der verbreitet einen streng patriachalischen Mief:

„Das Weib sei dem Manne Untertan!"

Lieber Epheser, da hast du dich vertan!

 

Lies mal lieber das erste Testament!

Oder hast du da im Reli-Unterricht gepennt?

Da ist nicht nur die Rede von der Schöpfung als Frau und Mann,

sondern auch von dem, was die Frau so alles kann.

 

Stellvertretend möchte ich da die Miriam nennen.

Ich vermute mal, dass alle hier sie kennen

und wissen, wie Moses Schwester stand ihre Frau

bei der eindrucksvollen Schilfmeer-Überquerungsschau.

 

Wo vielen Männern noch schlotterten vor Angst die Knie,

da dachte sich Mirjam: Jetzt oder Nie!

Sie nahm eine Siegestrommel in ihre Hände

und sang laut: Danke Gott, für diese erfrischende Wellenwende!

 

Wie ein Ultra-Fan im Stadion

gab Mirjam an den Sieges-Ton.

Eine starke Frau! Die wird in der Bibel nicht verkannt,

sondern ganz eindeutig „Prophetin" genannt.

 

Wenn es schon im alten Testament eine Prophetin gibt,

warum ist die Frau als Priesterin in manchen Konfessionen unbeliebt?

Ich finde, es ist langsam an der Zeit,

dass man ziehe den Kreis der Geistlichen weit.

 

In alle kirchlichen Ämter gehören Frauen.

Selig die Kirchen, die sich das trauen!

Maria 2.0 küsst die katholische Kirche wach.

Hoffentlich werden da bald die Kardinäle schwach.

 

Doch will ich als Evangele heute nicht nur auf andere gucken.

Frauen im Protestantismus? Auch dieses Thema tut mich jucken!

Da sehe ich nämlich nicht alles rosarot.

Zwar sind viele Frauen als Pfarrerinnen in Lohn und Brot...

 

...doch magerer wird es, schaut man auf die Kirchenkreisspitzen,

weil da im Rheinland nur 9 Frauen, aber 28 Männer sitzen.

Und dürftiger noch, jetzt haltet euch fest,

wird es beim Landeskirchen-Test!

 

Denn noch nie gab es im rheinischen Lande,

eine Frau als Präses! Das ist zwar keine Schande,

aber im kommenden Jahr gibt es wieder eine Wahl,

vielleicht kriegt dann ja mal eine Frau die höchste Stimmenzahl.

 

Ich sage das nicht, weil ich hier dastehen will als der mega-emanzipierte Mann und auch nicht weil ich meine, dass eine Frau das grundsätzlich besser kann...

aber eine Frau an der Spitze wäre ein Spiegel der kirchlichen Realität, weil ohne Frauen in der Kirche gar nichts geht.

 

Da denke ich besonders an das Amt der Ehre,

dort geht auseinander die Geschlechterschere.

Weil viel mehr Frauen sich ehrenamtlich engagieren,

ohne sie würde die Kirche noch mehr Mitglieder verlieren.

 

Im Feld der Seelsorge, beispielsweise,

sind Männer im Ehrenamt auffällig leise.

Im aktuellen Kurs, den ich gerade begleite,

stehen 13 Frauen und 3 Männer Seite an Seite.

 

Diese Quote ist beim Ehrenamt ziemlich normal.

Trotzdem ist sie mir nicht egal,

denn Gott hat auch den Männern geistliche Gaben gegeben,

darum sollten auch wir unsere Popos bewegen...

 

...und in den Gemeinden helfen, wo Not ist am Mann.

Weil Seelsorge auch ein Mann gut kann.

 

Die Anmeldezeit für den kommenden Kurs ist noch nicht vorbei!

Vielleicht denkt ja heute ein Mann: Ich bin so frei!

 

Falls bei Erwin oder bei Kurt heute Interesse entsteht,

erzähle ich denen gerne nach dem Gottesdienst wie die Ausbildung geht.

 

Wichtig ist mir noch ein letzter Gedanke:

Zwischen die Geschlechter gehört keine Schranke.

Männer und Frauen und alle dazwischen:

Vielleicht können Geschlechter sich ja auch vermischen?

 

Eine abschließende Antwort auf diese Frage habe ich nicht:

Doch sage ich dazu heute im Karnevalslicht:

Jeder Jeck ist anders und das ist O.K.,

Der Ehre Gottes tut die Vielfalt nicht weh.

 

Im Gegenteil: Gott hat alle Menschen lieb.

Hetero, Homo oder Trans: Bei ihm fällt keiner durch das Sieb.

Ihm liegen alle Geschöpfe am Herzen.

Nur Intoleranz und Hass bereitet ihm Schmerzen.

 

Doch nun genug der vielen Worte,

Lasst uns jetzt singen an diesem Orte.

Schunkeln ist meinetwegen auch o.k.,

nur tue sich dabei bitte niemand weh!

 

Vorher komm ich nun zum Ende,

ohne eine überraschende Wende,

Nicht mit Helau, nicht mit Alaaf,

sondern so richtig evangelisch brav.

 

Mit einem einzigen knappen Wort:

Immer das Beste an diesem Ort.

Jeder Predigt gibt es den Rahmen.

Ihr wisst was ich meine, drum sag ich nun: Amen.

Alle anzeigen