Invokavit, 10.03.2019, Mutterhauskirche, Gen 3, 1-19.21.23, Ulrike Heimann

Liebe Gemeinde,

der Predigttext für diesen Sonntag ist eine der ganz großen und eindrücklichen Erzählungen der Bibel. Sie gehört in die sog. Urstandsgeschichte des Jahwisten, dem wir die ältesten literarischen Teile des 1.Buch Mose verdanken. Diese Urstandsgeschichte ist der sog. Heilsgeschichte, die mit der Erwählung Abrahams beginnt, vorgeschaltet und umfasst die Kapitel 2 bis 11. In ihr bedenkt der Jahwist Fragen, die alle Menschen zu allen Zeiten angehen, Fragen, die sich ergeben aus der Betrachtung der Welt und des menschlichen Lebens, wie es ist - in der Spannung zwischen Staunen und Schrecken. In Adam und Eva, in Kain und Abel, in Noah und seiner Familie begegnen uns nicht historische Persönlichkeiten, sondern Prototypen des Menschseins. Die Faszination, die von diesen Geschichten ausgeht, hat eben damit zu tun, dass wir uns selbst in ihnen begegnen, dass sie uns einen Spiegel vorhalten: Mensch, sieh hin, das bist du, und das sind deine Möglichkeiten.

Hören wir also die Verse aus dem dritten Kapitel:

„Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Feld, die Jahwe gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zu der Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tag, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott, nämlich Wissende sein im Hinblick darauf, was gut ist für euch und was schlecht.

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß.

Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und sie flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Jahwe, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Jahwes unter den Bäumen im Garten. Und Jahwe rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.

Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du sollst nicht davon essen?

Da sprach Adam: Die Frau, die du mir an die Seite gegeben hast, gab mir von dem Baum, und ich aß.

Da sprach Jahwe zu der Frau: Warum hast du das getan?

Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.

Da sprach Jahwe zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein.

Und zum Mann sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Feld essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, von der du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

(Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.)

Und Jahwe machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.

(Und Jahwe sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, ein Wissender im Hinblick darauf, was gut für ihn ist und was schlecht. Nun aber, dass er nur seine Hand nicht ausstrecke und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!)

Und Jahwe wies ihn aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war.

(Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.)

Vielschichtig ist diese Erzählung. Sie hat eine lange Überlieferungsgeschichte hinter sich. Mit den Erkenntnissen der modernen Bibelwissenschaften im Hintergrund erzählt sie einem viel über die Interessen und Interessenkonflikte der Menschen vergangener Zeiten, die sich widerspiegeln in einzelnen Formulierungen und Anspielungen - zum Beispiel was die Schlange und ihre Rolle betrifft. Aber eine Predigt ist ein ungeeigneter Ort, alles das zu erläutern. Ebenso gewichtig ist auch die Traditionsgeschichte, die diese Erzählung in unserer christlich-abendländischen Geschichte hatte, eine lange Missbrauchsgeschichte vor allen Dingen zu Lasten der Frau - frei nach dem Motto „Eva ist an allem schuld". Doch auch auf diesen Bereich will ich im Folgenden nicht weiter eingehen.

Als ich mich bei der Vorbereitung mit dem Text beschäftigt habe, sind mir die sehr verschiedenen Überschriften ins Auge gefallen, unter denen diese Erzählung steht: „Der Sündenfall", „Der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies", „Die Bestrafung der Menschen und der Verlust des Paradieses", „Die Geschichte vom verlorenen Paradies". Diese unterschiedlichen Überschriften zeigen an, wie unterschiedlich das Verständnis dieser Geschichte ist. Schuld und Strafe, Wehmut, Trauer und Sehnsucht - alles das kann offensichtlich herausgelesen werden. Die Frage ist allerdings: in welcher Gewichtung, mit welchem Recht? Geht es dem Jahwisten zum Beispiel wirklich darum, die Schlechtigkeit des Menschen aufzuzeigen, ihn als frevelhaften Zerstörer des Paradieses darzustellen, der Gottes Zorn und Strafe zu Recht auf sich gezogen hat?

Ich möchte mich darum noch einmal ganz neu dieser Geschichte zuwenden - was gar nicht so einfach ist, weil sie mir schon zu bekannt ist. Dabei will ich mich von drei Fragen leiten lassen:

1. Was meint eigentlich „im Paradies sein"?

2. Was lässt den Menschen aus dem Paradies fallen?

3. Ist das „Leben im Paradies" für uns heute ein unerfüllbarer Traum - ist es für uns also endgültig „verloren"? Und wenn nein: wo ist es zu finden, wie ist es „zurück-zugewinnen"?

 

Zu 1) Die Vorstellung von einem Paradies als einem Ort, wo das Leben einfach nur schön ist, kommt in den mythischen Erzählungen fast aller Völker vor. Der Garten in Eden, von dem die Bibel spricht, gehört in diese Reihe. Wie das Leben im Paradies ist bzw. wie es gewesen ist - denn es ist ja leider verloren -, diese Vorstellung speist sich gewöhnlich aus dem, was in der realen Welt als schlecht erlebt wird. Im Paradies Sein - das heißt dann

- auf Du und Du mit den Tieren leben, ohne Feindschaft und    ohne Angst

- keine Herrschaft des einen über den anderen, auch nicht des   Mannes über die Frau

- keine Schmerzen leiden und nie krank werden

- leben von dem, was die Natur einem im Überfluss gibt

- nicht schwer arbeiten müssen (heute würden viele sagen:        überhaupt nicht arbeiten müssen)

- nicht sterben müssen

- niemals altern

Der Jahwist kannte sicher eine ganze Reihe solcher Geschichten vom Paradies, als er seine aufschrieb. Und es ist nun wichtig, seine besonderen Akzente zu verstehen. Was ist für ihn der Garten in Eden und was bedeutet es, dort zu leben?

Auch er spricht von der Fülle an Nahrung, besonders von Baumfrüchten, verlockend anzusehen und gut zu essen, alles von Gott geschaffen, damit es sich der Mensch gut gehen lassen kann. Auch er nennt den vertrauten Umgang des Menschen mit den Tieren, dazu die vertraute, herrschaftsfreie Beziehung der Geschlechter und überhaupt der Menschen zueinander.

Aber das Grundlegende des paradiesischen Lebens ist für den Jahwisten etwas anderes: nämlich dass der Mensch in engster Beziehung zu seinem Schöpfer steht und darin seinen Halt und seine Orientierung findet. Das meint die Rede von dem Tabu des Baumes in der Mitte des Gartens: es ist die Einladung Gottes an sein Geschöpf, sich zu ihm zu verhalten, ihm zu vertrauen und das zu zeigen, indem er etwas nicht tut. Diese Beziehung ermöglicht es dem Menschen, nackt zu sein und sich nicht zu schämen. Nackt sein heißt: zu sein, was und wie man eben ist - ein Geschöpf, auf Hilfe angewiesen, mit Fehlern behaftet, ein Wesen aus Erde gemacht, sterblich. Der Mensch, der sich seiner Nacktheit nicht schämt, das ist der mit seiner Geschöpflichkeit versöhnte Mensch. Er ist aus Erde gemacht, sterblich, aber das bestimmt ihn nicht. Entscheidend ist das beglückende Wissen, aus Staub zu sein, der von Gottes Atem, seinem Geist beseelt ist. Was ihn im Paradies sein lässt, das ist das umfassende Vertrauen in Gott, seinen Schöpfer.

Zu 2) Wenn wir uns das deutlich machen, dann dürfte es uns nicht schwer fallen, aus unserem Predigttext die Antwort auf die zweite Frage herauszuhören: Was lässt den Menschen aus dem Paradies fallen?

Es ist nicht der böse Wille, es ist auch keine böse Absicht. Es ist nicht die Schlechtigkeit des Menschen. Vielmehr entgleitet dem Menschen das Paradies in dem Augenblick, in dem er in seinem Urvertrauen in Gott erschüttert wird. Das wird meisterhaft in dem Gespräch zwischen der Schlange und Eva dargestellt. „Sollte Gott gesagt haben ...?" Was für eine Tragik: das Paradies geht verloren, indem über Gott disputiert wird. Da wird der Zweifel an Gottes Güte gesät, da gerät Gott in den Verdacht, ein machtbesessener Despot zu sein, der eifersüchtig über seine Privilegien wacht, der die Menschen klein halten will und ihnen deshalb droht. Der Mensch in Gestalt der Eva verteidigt Gott, so gut sie kann; aber: da wo der Zweifel erst einmal sein Werk in einem Menschen begonnen hat, da siegt am Ende die Angst. Nein, einem womöglich unterdrückerischen, bedrohlichen Gott - dem möchte man nicht ausgeliefert sein. Da ist es wirklich besser, selbst sein Leben in die Hand zu nehmen - „wissend zu sein, was gut für einen ist und was schlecht". Das Vertrauen in den Schöpfer, den Freund, der mit einem durchs Leben geht, ist hin, die Fraglosigkeit der Beziehung zwischen Mensch und Gott. Der Tabubruch, der Griff nach der verbotenen Frucht macht das nur sichtbar.

Und das erstaunliche: die Schlange hat mit dem, was sie gesagt hat, ja nicht einmal unrecht. Den Menschen gehen die Augen auf. Sie sind wirklich wissend geworden, allerdings anders als gedacht. Denn das Wissend-Sein enthebt sie ja nicht ihrer Geschöpflichkeit. Sie sind keine Götter geworden. Sie erkannten sich, wie sie eben waren, als nackt, als Wesen aus Staub, unvollkommen, sterblich. Diese Erkenntnis ist hart und wahrhaft beschämend, wenn man eigentlich sich selbst auf dem Weg zur Göttlichkeit sah. Aus dem Zweifel an Gottes Güte, in deren Nähe es sich einfach Mensch sein ließ, ist die Verzweiflung an der eigenen Existenz als sterbliches Geschöpf erwachsen. Und alles, was die Erzählung im Folgenden schildert, malt diesen Zustand der Verzweiflung an sich selbst aus und ihre Folgen für den Menschen in seiner Beziehung zu sich selbst, zu seinem Nächsten, zu seiner Umwelt und zu Gott:

- das Sich-Verstecken voreinander und vor Gott

- die Scham über die eigene Unvollkommenheit, sprich Nacktheit

- die Arbeit wird nicht mehr als ein bebauen und bewahren der Schöpfung begriffen, sondern als schweißtreibender Kampf, als Maloche

- anstelle des Miteinanders der Geschlechter tritt die Herrschaft des Patriarchats

- auch im Hinblick auf die Fähigkeit, Leben weiterzugeben, verschiebt sich die Wahrnehmung: die Schmerzen der Geburt, die Mühsal der Schwangerschaft verdrängen geradezu die Freude über das zu erwartende Kind

- und - sozusagen der traurige Höhepunkt: der Mensch vergisst seine Schöpfung aus Erde und Gottesatem; er kann sich nur noch als den sehen, der dazu verdammt ist, wieder zur Erde zu werden; der leibliche Tod wird ihm zur Strafe.

Dass er diese Sicht auf sein Leben als Strafe Gottes betrachtet, zeigt überdeutlich, wie sehr sich auch sein Blick für Gott getrübt hat. Denn wenn wir genau in den Text sehen, dann ist Gott alles andere als ein seine Menschenkinder strafender Gott. „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?" fragt Gott eher bestürzt. Das wollte er ja dem Menschen ersparen, dass er je seiner Geschöpflichkeit anders begegnet als auf dem Boden des absoluten Vertrauens zu seinem Schöpfer, dass er sie als Bedrohung und Nichtigkeit wahrnimmt. Ich spüre in dieser Erzählung etwas von Gottes Trauer und Mitleid, nichts von Zorn oder Strafe. Nicht nur, dass er Adam und Eva entgegen der Tabusetzung nicht mit dem Tod straft, er rüstet sie so gut er kann für ihre neue Existenz aus, er kommt ihrem Bedürfnis, ihre Schwäche und Bedürftigkeit voreinander zu verbergen, entgegen und macht ihnen Kleider aus Fellen.

Und es ist dieses Bild von Gott, das mich leitet, wenn ich die dritte unserer Fragen bedenke: ob das „Leben im Paradies" für uns heute ein unerfüllbarer Traum ist, endgültig verloren, und wenn nicht, wo es dann zu finden ist, wie wir es „zurückgewinnen" können.

Zu 3) Ich meine: das „Leben im Paradies" ist keine Utopie. Allerdings lässt es sich nicht einfach von uns her „zurück-gewinnen". Das „Leben im Paradies" ist vielmehr eine Daseinsmöglichkeit, die uns geschenkt werden kann. Geschenkt von Gott, der ja nicht einfach im Paradies zurückgeblieben ist, als seine Menschenkinder Jenseits von Eden ihr Leben aufnahmen. Das Zeugnis der Bibel gibt mir alles Recht zu sagen: Gott hat seine Menschen auf diesem Weg begleitet. Er ist mit ihnen ins „Elend", in die Fremde gezogen, hat sie immer wieder eingeladen, im Vertrauen auf ihn ihr Leben zu leben - sich wieder versöhnen zu lassen mit ihrer Geschöpflichkeit. In immer wieder neuen Anläufen erinnert die Bibel an dieses Werben Gottes um seine Menschenkinder - zugespitzt um sein Volk Israel, das er ja gerade als Bild des Kleinen, Schwachen erwählt hat. Doch zum Ziel gekommen ist er erst in Jesus von Nazareth. Jesus ließ sich von Gott einladen zum „Leben im Paradies", zum Leben auf der Grundlage eines bedingungslosen Vertrauens in die Güte Gottes, in die Güte des Abba. Und in dem Bewusstsein, geliebtes Geschöpf, geliebtes Kind Gottes zu sein, konnte er ganz und gar Ja sagen zu seinem Menschsein, seinen Möglichkeiten und seinen Grenzen, seinen Stärken und seinen Schwächen. Ja, er schämte sich nicht nur nicht für seine Nacktheit, d.h. Bedürftigkeit und Begrenztheit, sie wurde mit seiner Einwilligung der Ort, an dem die Stärke Gottes sichtbar werden konnte - zuletzt am Kreuz von Golgatha, wie es Paulus sagt: „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig."

Die Geschichte Jesu will für uns Wegweiser ins „Paradies" sein. In ihm hat Gott uns alle noch einmal eingeladen, zurückzufinden zum Urgrund und Zentrum unseres Lebens, das er selbst ist. In ihm bittet Gott uns um unser Vertrauen: lasst euch versöhnen mit Gott. Lasst euch versöhnen mit eurem Schöpfer und nehmt euch als seine Geschöpfe an. Lebt als die, als die ihr einzig glücklich leben könnt: als Menschen, begrenzt und endlich, aus Erde gemacht - und doch geborgen in Gottes ewigen Armen, beseelt von seinem Geist.

Darum: lassen wir uns einladen, kehren wir um aus dem „Elend", aus der Fremdheit unseres Lebens jenseits von Eden. Kein Engel mit dem Flammenschwert versperrt uns diesen Weg zurück in die Arme Gottes. Vielmehr - er kommt uns schon immer entgegen. Amen.

 

1.Mose 3,1-19(20)21(22)23(24)

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Feld, die Jahwe gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zu der Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tag, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott, nämlich Wissende sein im Hinblick darauf, was gut ist für euch und was schlecht.

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß.

Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und sie flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Jahwe, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Jahwes unter den Bäumen im Garten. Und Jahwe rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.

Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du sollst nicht davon essen?

Da sprach Adam: Die Frau, die du mir an die Seite gegeben hast, gab mir von dem Baum, und ich aß.

Da sprach Jahwe zu der Frau: Warum hast du das getan?

Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.

Da sprach Jahwe zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein.

Und zum Mann sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Feld essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, von der du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

(Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.)

Und Jahwe machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.

(Und Jahwe sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, ein Wissender im Hinblick darauf, was gut für ihn ist und was schlecht. Nun aber, dass er nur seine Hand nicht ausstrecke und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!)

Und Jahwe wies ihn aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war.

(Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.)

 

Die kursiv gedruckten Verse hat ein anderer biblischer Redakteur in die Erzählung hineingeschrieben.

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