Neues vom Friedhof - HERBST 2018

Der Friedhof am Leuchtenberger Kirchweg mit seiner einzigartigen Rheinlage ist ein besonderes Schmuckstück unserer Gemeinde. Mit seiner Vielfalt an Bäumen und Gehölzen und den liebevoll gepflegten Gräbern schließt er an die Rheinuferwiesen und -felder an und bietet zahlreichen Insekten ein attraktives Ökotop.

Unser Friedhof lebt. Es summt und zwitschert, brummt und singt. Die biologische Vielfalt an Vögeln und Insekten tut diesem Ort gut. Sie zeugt davon, dass des Lebens Blütenzweig den Sieg davon trägt. Es ist kein Ort des Endes, des Todes, sondern ein lebendiger Ort, der Trost spendet und auf das Leben und die Auferstehung hinweist.

Ganz bewusst hat sich das Presbyterium deshalb auch in den Regeln für den Friedhof, die in der Satzung niedergelegt sind, die Lebendigkeit dieses Ortes als Maxime genommen. Von allen Nutzungsberechtigten und anderen auf dem Friedhof tätigen Menschen erwartet die Gemeindeleitung einen ökologisch verantwortlichen Umgang mit diesem Garten Gottes. Unkrautvernichtungsmittel sind deshalb verboten. Ebenso ist die Gestaltung der Grabflächen mit Schotter oder Splitt untersagt. Das hat seinen guten Grund. Schotter auf den Gräbern verunreinigt die Graberde, diese muss später aufwändig und teuer entsorgt werden. Die zumeist darunter ausgebrachten Folien behindern den Verwesungsprozess, was auch nach den Bestattungsgesetzen des Landes Nordrhein-Westfalen nicht zu lässig ist. Die so versiegelten Grabflächen lassen keine Wild- oder Unkräuter mehr zu. Bepflanzung ist nur noch an ausgewählten Stellen mit Saisonblumen möglich. Das Grab wird zur toten Fläche. Pflegeleicht und tot. Trotz des in der Friedhofssatzung festgelegten eindeutigen Verbotes für Schotter sind in der letzten Zeit einige Gräber auf unserem Friedhof in dieser Weise hergerichtet worden, und es gibt immer wieder Anfragen nach einer solchen Grabgestaltung.

Hier wird ein unguter Trend aufgegriffen, der sich auch in vielen Vorgärten beobachten lässt: Statt verschiedenfarbigem Schotter gestaltet, der kein ungebetenes Pflänzchen durchlässt und alle Tiere fernhält. Damit ist die Fläche ökologisch tot. Der Effekt ist längst sichtbar: Es gibt nachweislich in Nordrhein-Westfalen ein großes Insektensterben und als Folge bereits einen Rückgang der Vogelpopulation. Am Ende dieser Kette steht der Mensch.

Wir wollen keinen toten Friedhof. Wir möchten ihn als einen lebendigen Ort, an dem es grünt und blüht, an dem sich Insekten und Vögel tummeln und Menschen aus diesem wunderbaren Bild der Schöpfung, seinem Klang und seinen Gerüchen Kraft und Zuversicht schöpfen können.

Die Friedhofsverwaltung setzt sich zur Zeit mit allen Nutzungsberechtigten in Verbindung, die ihre Grabfläche entgegen unserer Satzung mit Schotter oder anderen Steinen gestaltet haben und fordert sie zum Rückbau auf. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass unser Friedhof ein Ort des Friedens und der Erholung für Mensch und Natur bleibt.